25.03.2009
Melbourne, grandiose Stadt! Wie vermutet, und auch von allen anderen Reisenden bestätigt, ist es die Stadt, in der man sich als Europäer am ehesten wiederfinden kann. Sie ist sehr viel kultureller, vielfältiger und aufregender als z.B. Sydney (andere austral. Städte braucht man erst gar nicht mit Melbourne zu vergleichen). Sydney hat seine Sehenswürdigkeiten und schöneren Strände und Buchten, die überschaubar über die Stadt verteilt sind und die man natürlich gesehen haben muss. Melbourne ist die Entdeckerstadt. Beim einfach-durch-die-Gegend-laufen entdeckt man auf Schritt und Tritt neue interessante Ecken, designte Gebäude, gestaltete Plätze, witzige Cafés, etliche Shops, Museen und was auch immer. Als Vergleich würde mir London dazu einfallen. Auch betreffend dem Wetter, was natürlich ein kl. Manko ist! Trotzdem bin ich jedenfalls viel und oft und gerne durch diese Stadt gelaufen und habe mir von Armin oder Martin zusammen mit anderen die Stadt zeigen lassen.
Die meiste Zeit war ich allerdings in der Nähe von Melbourne auf einer Apfel- und später auf einer Weinfarm arbeiten. Nicht die tollste Arbeit, aber mal etwas neues und mit allen anderen Backpackern, die dort gearbeitet haben, good fun. Die Apfelernte war in der Nähe von Drouin, einem ca. 5000 Seelen-Ort 90km westlich. Dort fanden sich alle von uns Pflückern auf zwei Campingplätzen wieder, die in der Regel nur von irgendwelchen schrägen Residents bewohnt wurden, die auch gern mal n bißchen tiefer ins Glas schauten… Naja, wir kamen mit denen zurecht, durften aber schon mal ungewollterweise irgendwelche Bierstreitigkeiten mitbekommen… Egal, die haben uns in Ruhe gelassen. Jeden Abend wurde von einigen für alle gekocht, was gar nicht so einfach war. Schon allein, weil adäquate Pott un Pann fehlten. Am Ende sah es immer so aus, dass auf 5 oder 6 verschiedenen Campingkochern gleichzeitig irgendetwas zubereitet wurde. Hat aber immer alles super geschmeckt! Das war die Hauptsache.
Zwei Wochen später war das Grape Picking im Yarra Valley die angenehmere Arbeit. Wir wechselten fast alle hierzu rüber, da das Apfelpflücken sich nicht mehr lohnte und uns mittlerweile auf den Geist ging. Wir arbeiteten für einen Dienstleister, der für die Weinfarmen die Ernte organisierte. Das nervige hierbei war, dass man nicht permantent Arbeit hatte, sondern jeden Tag den Kerl anrufen mussten, um zu erfahren, wo es am nächsten Tag etwas zu tun gab. Manchmal gab es halt nix zu tun und wir hatten einen oder mehrere Tage off. Geschlafen haben wir meist auf irgendwelchen Park-, Rast- oder Sportplätzen in der Gegend, da die Arbeit im Umkreis von 50km jedesmal an einem anderen Ort war. Belohnt wurde das aber oft dadurch, dass es zum `Smoko´ (Breakfast-Break) oft Kaffee und Biscuits und nach der Arbeit n Gläschen Wein oder Bier gab… Hicks! War nicht so schlecht! An den freien Tagen haben wir oft versucht dem Wasser nah zu sein und haben das Surfboard wieder aktiviert. Ich muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich immer noch nicht der Meister geworden bin. Dazu tue ich das zu unregelmäßig. Hab dafür aber zum ersten Mal einen Kite ausprobiert, da einer von uns das Equipment dabei hatte. Heidiwitzka. Der Wind kann einen schon ordentlich umhauen… Das muss beizeiten noch ein bißchen vertieft werden, denke ich…
Unfassbar waren allerdings die Buschfeuer, die hier gewütet haben! Ich habe nie ein offenes Feuer gesehen, den Rauch aber oft in der Ferne bemerkt oder auch gerochen. Die Resultate habe ich jedoch mitbekommen. Wir haben z.B. auf einer Farm gearbeitet, auf der viel zerstört wurde. Das Haus stand noch, die Hälfte der Ernte war verbrannt, sogar bei der Einfahrt war ein Pfosten verkohlt, der andere intakt. Der Farmer hat bis zur letzten Minute sein Haus verteidigt und hatte sich nicht evakuieren lassen. Ansonsten wäre wohl sein ganzer Besitz zerstört worden. An einer anderen Stelle gab es einen ganzen Ort mit ca. 200 Einw. nicht mehr. Oder besser, 5 Häuser standen noch. Eines mitten im Brandherd. Drumherum alles schwarz, nur das Haus intakt. Die Bewohner sind auch geblieben, MITTEN IM FEUER!!! Unbelievable! Kann ich mir gar nicht vorstellen, wie das gewesen sein muss.
Tja, gut, Arbeiten ist ja schön und gut, aber wenn´s kribbelt, dann kribbelt´s wieder, nicht war? Also, sind wir wieder rauf auf die Piste und haben uns dem Thema Great Ocean Road nach Adelaide gewidmet. Dazu im nächsten Blog mehr. Bis dahin… schönen Tach noch.
Der Timö
Tags: Bushfires, Down Under, Fruit Picking, Grapes, Melbourne, Yarra Valley









