(15) Auf die Great Ocean Road!

03.04.2009

Dieses Mal sind meine beiden Mitfahrer zwei Deutsche geworden, Christoph und Lisa. Mit denen bin ich erst mal zum Surfen nach Bells Beach gefahren, nach ca. 5 Wo. Abstinenz. Chris hat auch ein Board dabei gehabt, daher hatte ich schon mal einen Blutsbruder. Wunderbar! War auch eine gute Welle dort, genau richtig für uns (immer noch) Anfänger. Auf dem Weg trafen wir das zweite Auto, mit dem ich über die Great Ocean Road nach Adelaide traveln wollte, natürlich bei McDonalds im Internet (WiFi). Darin waren Fabian, Doro, Lea und Elena. Mit denen ging´s dann weiter die Steilküste lang nach Anglesea, einem verschlafenen Wochenendort , wo wir unser erstes Nachtlager etwas versteckt hinter Buschwerk an einem Spielplatz mit BBQ (und Waschbecken!) aufschlugen. Aber nicht nachdem wir uns in einem nahegelegenen Campingplatz eingeschlichen und eine Dusche genommen hatten. Die BBQ-Platten haben wir natürlich sofort genutzt und (fast) alle machten sich daran etwas dafür in die Hand zu nehmen. Das Ergebnis war, wie eigentlich jeden Abend auf der gesamten Fahrt sehr lecker. Es gab meist BBQ (Würstchen im Sandwich, Steaks, etc.) Pasta, Curryreis oder Chilli con Carne.

So ging´s die nächsten Tage weiter nach Lorne, Kennett River und Apollo Bay. Wir übernachteten mal direkt am Wasser oder etwas oben in den Bergen im Wald und hatten auch das eine oder andere Bierchen oder `Goon´ (den unter Backpackern berühmten und verschrienen Weinverschnitt – is halt günstig!) dabei, sodass das Weiterfahren am Folgetag oft etwas verschoben wurde. Naja, wir kamen in den ersten 4 Tagen daher, und da wir an allen Lookouts hielten, nicht sehr weit.

Als nächstes hatten wir uns vorgenommen einen Great Ocean Walk zu machen. Bei einigen von uns waren wir nicht so sicher, ob sie das am Ende immer noch toll finden würden, aber der ganztägigen 20km Wanderung stimmten erstmal alle zu. Also stiefelten wir am nächsten Tag los (eigentlich wollten wir schon am Tag davor los, da haben uns aber mal wieder die Bierchen einen Strich durch die Rechnung gemacht). Jeder managte den Tag auf seine Art, aber die mal verlassenen, mal endlosen Strände, die grandiosen Blicke oder die rauen Klippen fanden alle überwältigend. Belohnt wurden wir am Ende auf der Campingarea mit einem freilebenden Koala, der ganz unten am Baum saß, und sich genüsslich von uns streicheln ließ.

Nun kamen wir zum bekanntesten und, wie es hieß, meist fotografiertesten Part der Fahrt, den `Twelve Apostel´, Sandstein-Monolithen, die kurz vor der Waterkant in der rauen See stehen. Man denke an die `Lange Anna´ auf Helgoland, nur halt zwölf von denen. Die ganze Küste ist hier enorm zerklüftet, und lässt immer wieder einen Blick auf verschieden geformte Felsen (`London Bridge´, `The Arch´, `Bay of Islands´) oder Inlets (`Loch Ard Gorge´, `The Grotto´) frei. Somit hielten wir alle paar Kilometer an, um den nächsten Felsen zu begutachten, jiiieha.

Nach so viel Wasser konnten wir einen Abstecher ins Landesinnere zum Grampians Nationalpark gut gebrauchen. Also fuhren wir die ca. 200km dort hin und machten uns einen Plan. Was wollen wir denn alles sehen? Neben den etlichen Lookouts gab es den MacKenzie Waterfall und verschiedene Aboriginal Centre, bzw. Caves und Paintings zu sehen. Jeder hatte etwas andere Vorstellungen von der anstehenden Tour, also teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Ich bin mit meinen Mitfahrern zum `Boroka´ Lookout, den `Balconies´und dem Wasserfall gefahren, in dem Doro, Fabian und ich auch gebadet haben. Brrr, das war wohl das kälteste Wasser, in das ich seit langem reingesprungen bin. Die anderen Frostbeulen haben sich nicht getraut… Tja, haben se was verpasst!

Am nächsten Tag hatten Lea und ich eine Quadtour gebucht. Jeah, das war fun! Über Stock und Stein, Baumstämme und durch Wasserlocher ging´s. Das waren gut angelegte 100,- AUD für zwei Stunden. Die anschliessenden Aboriginal-Malereien in einer nahegelegenen Höhle haben mich aber eher enttäuscht. Da musste ich schon genau hinschauen, um überhaupt etwas zu erkennen.

Von hier ab bis Adelaide freuten wir uns immer mal wieder über die eine oder andere Surfmöglichkeit, fuhren aber hauptsächlich die Strecke durch. Kurz vor unserem Ziel stiessen wir zufällig auf das (AUFGEPASST!) Bremer Valley mit seinem Bremer River und einer Wineyard mit Namen Bremerton!!! War ja klar, dass ich da rein musste! Die Vorfahren der Betreiber waren dann auch aus Deutschland, wo genau wusste die gute Dame nicht. Sowas! Egal, die Weinprobe war gut und ich deckte mich erst einmal mit ein Paar Flaschen des guten Tropfens ein, bevor wir nach Adelaide reinfuhren.

Adelaide, ja, nach ein Paar tagen habe ich einen Eindruck der Stadt bekommen. Erinnert mich auch ein bißchen an Bremen, nur grösser. Ist eine ruhige, eher verschlafene Großstadt, allerdings mit sehr guten Stränden (besser als Melbourne) und tollen Sonnenuntergängen über dem Meer. Gleich am Anfang haben wir sieben auch gleich den Frank Hochbaum besucht, dessen Adresse ich von Danni bekommen hatte. Vielen Dank noch mal. Er hat uns unbekannterweise gleich mal zu sich nach Hause zum Pasta-Essen eingeladen und noch n Paar Flaschen Wein dazugestellt… Unser Zelt konnten wir auch gleich in seinem Garten aufstellen. Das nenn ich mal Gastfreundschaft! War n toller Abend, muss ich schon sagen. Wir haben viel über alles Mögliche geplaudert und am nächsten Tag sogar auf dem Balkon mit Seeblick zusammen gefrühstückt. Super, wa?

Nun ja, mal sehen, wie es weitergeht. Zur Zeit versuche ich, mal wieder, etwas nebenbei zu arbeiten. Das gestaltet sich aber schwierig. Im Moment gibt es hier wenig Jobs. Man merkt die Finanzkrise auch hier, sogar bei den Backpackern. Und der Sommer geht zu Ende, da gibt es sowieso weniger zu tun. Ist ein wenig unbefriedigend grad, aber wird schon…

Ich werde berichten.

Der Timö ;)

 

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