01.05.2009
Jetzt geht´s auf ins richtige Australien: OUTBACK pur! Von Adelaide mitten durch den Kontinent in den Norden nach Darwin. Auf dem Reiseplan natürlich DAS Wahrzeichen Ayers Rock!! Aber eins nach dem anderen… Es gibt eine Menge zu erzählen. Das war wohl mein bester Trip ever!!!
Nachdem es nun in Adelaide nix zu arbeiten gab, hab ich mich, wie viele andere, dazu entschlossen weiterzureisen. Daher fanden sich auch fix willige Mitfahrer, sodaß wir mit drei Autos in Kolonne die Reise antraten. 12 Leute waren mit von der Partie, drei von denen in meiner `Brave Bess´, fünf im Mitsubishi Van und weitere vier in einem Holden (Opel) Astra (wird später wichtig).
Also los. Erstmal in die Flinders Ranges, einem felsigen Landstrich, der sich von oben betrachtet wie eine Wirbelsäule in das Outback schlängelt und in dem ich an den Ostertagen zuvor als Ausflug schon einmal war. Aus diesem Grund konnte ich der Truppe die besten Flecken gleich mal ans Herz legen und hab den Tourguide gespielt. Gerne angenommen wurde die Klettertour den knapp 150m hohen Mt. Ohlssen-Bagge hinauf, von dem man eine grandiose Aussicht hatte. Diese war so gut, dass wir fast zu spät zu einem anderen Lookout kamen, um den Sonnenuntergang hinter eben bestiegenen Bergen zu geniessen. Wir zelteten dort und taten uns ebenfalls um 6.00 Uhr morgens in ca. 10 Grad gefühlter Kälte den Sonnenaufgang an. Grandios! Eins der Highlights im Outback allgemein: Sonnenauf- und -untergänge. Genossen wir sehr oft.
Alles klar. Weiter auf den Stuart Highway Richtung Coober Pedy, der Opalminen-Metropole der Welt, in der die meisten Wohnräume unter der Erde liegen, sagte man uns. Ansonsten könne man die teilweise extremen Temperaturen nicht ertragen… Ich war excited! Eine Tatooine-Stadt, oder so ähnlich!
Bis wir dort ankamen ist aber noch einiges Wasser die Weser heruntergeflossen, denn jetzt fängt die Story erst so richtig an. Aber eins nach dem anderen: Viele Landstriche auf der vor uns liegen Strecke waren Drehbühnen für diverse Movies, wie z.B. Mad Max, Pitch Black oder Priscilla – Queen oft the Desert. Letzterer handelt über drei Drag Queens, die wie wir durch die Wüste traveln. Aus einer Bierlaune heraus (natürlich) haben wir dann auch gleich mal festgelegt, dass alle Jungs am nächsten Tag in Mädel-Dress rumlaufen sollten. Gesagt, getan… so gings mit uns bildhübschen Jungs los. Der Spass war aber nach einem halben Tag vorbei, da der Mitsubishi Van mit Motorschaden (wie sich später herausstellte) mitten auf dem Highway liegenblieb. Alles klar. Die nächste Werkstatt war 200km entfernt. Das hiess, ich hab mit meinem Van den anderen Van den ganzen Weg abgeschleppt. Dazu drei weitere Leute in meinem Van hinten drin…! So weit, so gut. Ich war also am fahren, da überholt mich doch ein unbekannter Wagen und stoppt mich mit der Nachricht, dass unser dritter Wagen (Holden Astra) nicht vom Fleck kommt, da der Schlüssel wohl im Mitsubishi sein solle. `Oh nein, Chaos´ hab ich nur gedacht. Aber gut, musste ich wohl als einziges funktionierendes Fahrzeug ca. 30km zurückfahren. Das Blöde war dann noch, dass der Schlüssel definitiv nicht in einem unserer vorrausgefahrenen Wagen war. Ich fuhr also mit der Nachricht zurück, dass der Schlüssel bei denen sein musste. War er aber nicht. Nach einer Weile Suchen und vergeblichen Versuch auch diesen Wagen wenigstens zu dem anderen hinzuschleppen (Automatikgetriebe in Parkposition und heruntergelassene Fensterscheiben) mussten zwei der vier Leute dort neben der Strasse beim Auto campen und gleiches bewachen. Ansonsten stände es am näachsten Tag mindestens ohne Reifen und Radio da! Gut, ohne die beiden sind wir dann mit sieben Leuten bei mir im Van und drei im anderen die 200km bis Coober Pedy gekommen. Wat eine Fahrt…!!! Dort wurde erst einmal ein privater Abschleppdienst organisiert, der am folgenden Tag den Holden holen konnte. Am Ende stellte sich heraus, dass Rick den Schlüssel auf meine hintere Stoßstange gelegt hatte, als er das Seil zwischen beiden Vans befestigte. Keinem ist´s aufgefallen, ich bin los und hab ihn natürlich irgendwo verloren… Naja, in der Opalstadt waren wir dann wieder vereinigt, mit mehr oder weniger Kosten am Hals und mindestens einer Erfahrung reicher.
Als Tatooine-Stadt hat sich diese aber leider nicht erwiesen. Ernüchternderweise gab es doch auffällig viele Häuser über der Erde, die zugegebenermaßen teilweise in den Hügel oder Untergrund hinein gegraben waren. Eigentlich war sie auch keine richtige Stadt, sondern eine Ansammlung von Häusern und (teilweise ehemaligen) Minen, mit Highlights wie unterirdische Kirchen, Hostels oder Campinggrounds mittendrin. Davon war `Crocodile Harry´s´ Wohnhöhle die verrückteste, da er und Besucher sie mit allerlei kuriosen Dingen, wie Flaggen, T-Shirts, Unterwäsche, Sprüchen uvm. ausgestattet hatten.
Den restlichen Weg zu unserem ersten grossen Ziel Ayers Rock (Uluru) und der Stadt Alice Springs haben wir unbeschwert zurücklegen können. Die `Mitsubishi-Leute´ haben sich für die Zeit der Reperatur ein Auto gemietet, mussten aber zum Teil am Ende nach Coober Pedy zurück. Ayers Rock, seine Schwestern `Kata Tjuta` (die Olgas) und der nahe gelegene (250km entfernte) Kings Canyon waren dann auch atemberaubend. Sunset und Sunrise plus Besteigung des Uluru waren dabei meine Höhepunkte der Reise. Das ist schon verwunderlich, dass mitten in einer flachen Ebene ein riesiger, roter, zerklüfteter Felsen einfach so in der Gegend steht. Ist ein großes Gefühl gewesen auf einem Wahrzeichen eines Kontinents zu stehen…!!!
Alice Springs war dann erst einmal eine Zwischenstation auf der Reise, wo sich einige Wege getrennt, sich aber in Darwin wieder vereint haben. Anders herum habe ich dort Elena wiedergetroffen, mit der ich schon von Melbourne nach Adelaide gereist bin. Sie wollte auch nach Darwin, also hab ich sie mal kurzfristig mitgenommen.
Nach drei Tagen Aufenthalt, in denen nichts besonderes passiert war, fuhren Scott, Elena und ich weiter Richtung Darwin, unserem eigentlichen Ziel. Auf dieser Strecke gibt es allerdings lange nicht so viel zu sehen wie auf der vorherigen. Die Vegetation wurde eintöniges Buschland, nicht wie zuvor ein Wechsel aus Felswüste ohne jeglichen Strauch, Buschland oder savannenähnlichen Gebieten. Daher legten wir an zwei Tagen um die 1300km hinter uns, in denen wir nur an den `Devils Marbles´ Halt machten, Felsen, die wie angehäufte Eier in der Gegend rumliegen. Abstecher machten wir noch zum Katharine Gorge und Kakadu Nationalpark bevor wir 2 Wochen nachdem wir in Adelaide losgefahren waren in der Zielstadt ankamen. Im Katharine Gorge, einem wassergefüllten Canyon, hätte man mit Kayaks den Flusslauf erkunden können, wegen der aber noch anwesenden Krokodile haben wir das lieber gelassen! Im Nationalpark waren die meisten Attraktionen noch geschlossen, da die gerade beendete Regenzeit viele Strassen weggeschwemmt hat und diese erst wieder angelegt werden müssen. Trotz dessen haben wir uns über eine Schotterstrasse zum Gunlom-Wasserfall vorgewagt, an dessen Fuss wir gecampt haben, nachdem wir oben vor der Kante baden und mal wieder einen Sonnenuntergang geniessen konnten.
Zielort Darwin. Schön, dass wir da sind. Hier wird es auch nachts nicht mehr kühler als 25 Grad J . Kümmern musste ich mich erst einmal um zwei neue Reifen (second hand), da bei beiden Vorderreifen das Stütznetz unter dem Gummi schon zu sehen war… Nicht so wild, AUD 150,- alles in allem. In Deutschland für den Preis unvorstellbar. Ansonsten war wieder Arbeitssuche angesagt, und wie erwartet sind die Chancen hier zur Zeit besser als anderswo. Nach vier Tagen ein Probearbeiten in einer Bar gehabt, nach fünf Tagen auf einer Fischfarm in der Nähe von Darwin gelandet. Das ist Backpackerleben. Heute hier, morgen da. Man weiß manchmal nicht, wo man am nächsten Tag sein wird. Hier arbeite ich also erst einmal und repariere Flöße und Fischtreppentore oder fülle Trailer mit Futter. Yeehaaa. No worries. Für mich als Fischkopp kein Problem!
Der Timö
P.S. Mehr Fotos gibt’s bei Facebook…
Tags: Alice Springs, Ayers Rock, Coober Pedy, Darwin, Desert, Down Under, Kings Canyon, Outback, Red Centre, Stuart Highway, Uluru










Mai 12, 2009 um 8:58 am |
Thanks for the information on the outback. With all the bad travel websites out there, it is good to read something from someone with good information.